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Mittwoch, 18.10.2017

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Gespräch zum Thema "Marktplatz-Bäume"

Rund um die geplante Umgestaltung des Geseker Marktplatzes hat es zuletzt immer größere öffentliche Diskussionen gegeben.
Rund um die geplante Umgestaltung des Geseker Marktplatzes hat es zuletzt immer größere öffentliche Diskussionen gegeben.
"Wir haben Verständnis für Ihre Sorgen und Bedenken", machte Bürgermeister Dr. Remco van der Velden gleich zu Beginn deutlich. Wie jüngst in einer Ratssitzung zugesagt, traf sich der Verwaltungschef in dieser Woche mit den Initiatoren der Unterschriften-Aktion, die sich für den Erhalt der Marktplatz-Bäume einsetzt.

Rund um die geplante Umgestaltung des Geseker Marktplatzes hatte es zuletzt immer größere öffentliche Diskussionen gegeben. Vor allem die von Gabriele Hüser ins Leben gerufene Unterschriften-Aktion macht sich derzeit in der Bevölkerung für den Erhalt der Platanen auf dem Marktplatz stark. "Glauben Sie mir, die übrigen Mitglieder des Arbeitskreises und auch ich waren anfangs davon überzeugt, dass wir im Rahmen einer Marktplatzumgestaltung die Bäume erhalten müssen", gewährte van der Velden einen Einblick in die Diskussionen innerhalb des Arbeitskreises, der sich Gedanken zu einer möglichen Umgestaltung des Marktplatzes macht. "Nach verschiedenen Gesprächen mit einem Gutachter sowie einem Baumexperten war uns aber schnell klar, dass es nur zwei Alternativen gibt: Entweder die Bäume stehen lassen und dann gar nichts am jetzigen Zustand des Marktplatzes verändern oder aber eine Modernisierung vornehmen, bei der die alten Bäume entfernt und durch neue ersetzt werden müssen", so das Stadtoberhaupt weiter.

Hauptgrund für diese "Entweder - oder"-Entscheidung sind die gewonnenen Erkenntnisse nach einer fachmännischen Freilegung einiger Wurzeln im Juni 2016. Hier war zu Tage gekommen, dass Großteile des Wurzelwerks - artuntypisch - nur oberflächlich im Pflaster bzw. der Bettung verlaufen. "Wir würden schon beim Aufheben des Pflasters neben den Stütz- und Haltewurzeln auch die Feinwurzeln so sehr beschädigen, dass alles andere als gesichert ist, ob die Bäume das gut wegstecken würden", erläuterte van der Velden die erwarteten Probleme, die zu Engpässen im Wasser- und Nährstoffhaushalt der Bäume führen könnten. Eine Anhebung des Pflasters und somit eine eventuelle Wurzelbeschädigung würden zugleich auch das Zurückschneiden der Baumkronen bedeuten. Der Verlust an Kronenvolumen wiederum führt zu starken Veränderungen des Platzbildes. "Es wäre also ein sehr starker Rückschnitt der Kronen notwendig, ohne die Garantie, dass die Bäume den Eingriff überstehen. Außerdem bleibt die Problematik des verfestigten Untergrunds, so dass die Wurzeln möglicherweise wieder zu Schäden führen", schilderten Franz-Josef Steinkemper vom städtischen Tiefbauamt und Stadtplanerin Sonja Hirt ihre Bedenken.

Auch auf Seiten der Initiative hat man sich Gedanken über mögliche Lösungen gemacht. So wurden beim Gedankenaustausch zwischen Stadt und Initiative auch so genannte Wurzelbrücken diskutiert. Anhand einer Zeichnung machte Bürgermeister van der der Velden jedoch deutlich, warum auch eine derartige Lösung oder das Installieren von Plateaus rund um die Bäume keine praktikablen Alternativen darstellen. "Wir haben einfach die Sorge, dass nach der Umgestaltung auf dem Marktplatz gar keine Bäume mehr stehen", äußerten Gabriele Hüser und ihre Mitstreiterinnen Bedenken. "Einen neuen Marktplatz wird es nur mit Bäumen geben", stellten derweil Sonja Hirt und Franz-Josef Steinkemper klar. "Entgegen anders lautender Gerüchte, werden wir bei der Neuanpflanzung darauf achten, dass die Bäume bereits eine gewisse Größe und Kronenvolumen mitbringen und vorherige Anpflanzungsfehler vermieden werden, d.h. ausreichend Raum für Durchwurzelung geschaffen wird", so Bürgermeister van der Velden. "Von derzeit in Geseke befürchteten `Architektenpinnen` kann keine Rede sein."

„Ich finde den Austausch wichtig. Schließlich sind Politik und Verwaltung sehr daran interessiert, Sorgen und Gedanken der Bürgerinnen und Bürger zu erfahren. Deshalb begrüße ich auch ausdrücklich Ihr Engagement. Das ist ein Zeichen, dass Sie sich mit Entwicklungen und Anliegen in der Stadt beschäftigen", lobte van der Velden das Engagement der Initiative.

Aus Sicht der Stadt Geseke gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher baulich-räumlicher, sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Faktoren, die eine Marktplatz-Neugestaltung mit sich bringen soll. Ein Teilaspekt ist die Multifunktionalität. Heißt: Stadtfeste, Gösselkirmes, Schützenfeste und Co. sollen ohne Probleme auf dem Platz durchführbar sein. "Der Plan ist, dass wir dann auch sämtliche Versorgungsleitungen unter die Erde legen", verrät van der Velden. "Neben der Vereinfachung vieler Abläufe würde das auch die Zahl der Stolperfallen minimieren", so der Bürgermeister. Aber: Zusätzlich zu den Stolperfallen durch Matten und Kabel bei Veranstaltungen sind es auch ganzjährig die vorhandenen Unebenheiten im Pflaster, die regelmäßig zu Stürzen führen. "Wir haben gerade ganz aktuell einen Fall", so van der Velden. Durch die Wurzeln der Bäume sind das Pflaster und die Kantensteine an vielen Stellen hochgedrückt worden und bilden eben jene Stolperfallen, die mit einer Umgestaltung des Platzes beseitigt werden sollen.

Um die Bevölkerung künftig besser über die Situation der Bäume und geplante Anpflanzungen im Rahmen der Neugestaltung des Marktplatzes zu informieren, bot Bürgermeister Remco van der Velden eine öffentliche Gesprächsrunde an, in der auch der eingesetzte Gutachter zu Wort kommen soll. Gleichzeitig können interessierte Bürgerinnen und Bürger dann die Gelegenheit nutzen, um Fragen an den Baumexperten zu stellen. "Ich werde mich dafür einsetzen, dass wir einen solchen Termin anbieten können", versprach van der Velden eine derartige Veranstaltung mit dem Arbeitskreis abzustimmen.

Großteile des Wurzelwerks der Marktplatz-Bäume verlaufen artuntypisch nur oberflächlich im Pflaster bzw. der Bettung.
Großteile des Wurzelwerks der Marktplatz-Bäume verlaufen artuntypisch nur oberflächlich im Pflaster bzw. der Bettung.